Die Berliner Fahrradschau ist die weltweit größte Fahrrad-Lifestyle-Show. Vom 18. Bis 20. März 2016 findet sie bereits zum siebten Mal in der Station Berlin statt. Für unseren Blog haben wir Managing Director Fares Gabriel Hadid interviewt.

1. Warum hat sich Radfahren derart zum Trend entwickelt?

Ich denke, das hat grundsätzlich etwas mit einem neuen Gesundheits- und Körperbewusstsein in unserer Gesellschaft zu tun. Die Themen Bewegung, verbunden mit dem Einklang von Körper und Geist, sind mittlerweile überall in den Medien vertreten. Bioprodukte sind bei den Billigdiscountern angekommen, viele Leute werden zu Veganern und finden zurück zur Natur. Da ist es eben auch wieder „cool“ geworden, Fahrrad zu fahren, weil es umweltfreundlich und politisch korrekt ist.

2. Ist Radsport inzwischen Lifestyle, und welchen Anteil haben die Berlin Bicycle Week und die Berliner Fahrradschau?

Berliner Fahrradschau 2015

Aus der Radsport-Bewegung heraus gibt es natürlich immer wieder Trendsetter, die neue Wege gehen wollen und auch der Schönheit der Dinge zugewandt sind. Wenn diese auf Funktionalität treffen, landet man beim Design. Wir als BBW /BFS haben uns auf die Fahne geschrieben, die weltweite führende Design-Lifestylemesse mit dem Schwerpunkt Fahrrad zu etablieren, und das haben wir geschafft. Wir versuchen Brücken zu anderen Industrien wie Mode, Architektur und Musik zu schlagen. Diesen Spagat haben wir auch im zweiten Jahr der BBW erfolgreich gemeistert.

3. Worauf freust Du Dich in diesem Jahr am meisten? Was sind die Trends?

Am meisten freue ich mich darauf wieder selbst mehr auf´s Fahrrad zu kommen. Meine Schwester lebt im ehemaligen Trainingsgebiet von Marco Pantano, in der italienischen Emilia-Romagna, und ich liebe es, dort auf den Spuren des „il pirato“ zu wandeln. Der Trend in der Fahrradmode geht eindeutig wieder in Richtung bunt und knallig, Marken wie „Ten Speed Hero“ sind hier richtungsweisend in punkto Design.

4. Helfen BBW und BFS auch dem professionellen Radsport?

Helfen ist, denke ich, der falsche Ausdruck, ich würde es inspirieren nennen. Als wir vor drei Jahren im Rahmen der BFS das erste „Rad Race“ nach Berlin geholt haben, wurde zum ersten Mal ein zukunftsweisendes Rennformat in Deutschland gezeigt. Ich erinnere mich noch gut… Ich war dort mit Henning Bommel, der ja bekanntlich Mitglied der Bahn-Nationalmannschaft ist, und es nicht fassen konnte, wie die Herrschaften um die Kartbahn gemetert sind. Das Road Bike Magazin titulierte das Race ein Jahr später als das neue Sechstagerennen. In diesem Jahr findet das Format nun zum dritten Mal statt. Gleichzeitig sind wir der Ausrichter der zweiten Europäischen Fixed Gear Cyclocross Meisterschaft und dem ersten E -Derny Race, haben im letzten Jahr den 24 Stunden Weltrekord von Christoph Strasser auf dem Flugfeld in THF mit Spezialized veranstaltet und noch vieles mehr…

5. Denkst Du, dass eine stärkere Verbindung zwischen Lifestyle und Profi-Radsport möglich ist?

Ja, davon bin ich sogar überzeugt. Nehmen wir doch mal das Beispiel Profifussball. Bevor David Beckham in Erscheinung trat, waren Vokuhilas, Ballonseide und Schnauzbärte angesagt. Auf einmal hat sich alles verändert. Ein Marcel Kittel hat im Radsport durchaus ebenfalls Potenzial, Trends zu setzen. Bradley Wiggins lebt dies in England bereits vor und hat eine eigene Modelinie mit Fred Perry.

6. Die BBW steht auch dieses Jahr unter dem Motto „cyclingunites“. Warum verbindet Radsport?

Fahrrad ist ein Mannschaftssport, was passt besser als #cyclingunites?